Reitkunst für

Islandpferde

Ausrüstung

"Will jemand sein (...) Pferd einmal so reiten, dass es prächtiger wirkt und von allen Seiten stärker bewundert wird, muss man davon Abstand nehmen, das Pferd mit dem Zügel im Maul zu reißen und es mit Sporen und Gerte zu bearbeiten, wie es die große Masse in der Meinung tut, so dem Pferd ein prächtiges Aussehen zu geben. Die Leute bewirken nämlich genau das Gegenteil von dem, was sie wollen.

Dadurch, dass sie das Maul nach oben ziehen, nehmen sie den Pferden, anstatt sie vor sich hinsehen zu lassen, die Sicht. Und durch das Spornieren und Schlagen erschrecken sie die Pferde, so dass sie völlig durcheinander sind und sich in Gefahr befinden. Das ist nämlich das Betragen von Pferden, die über das Reiten in höchstem Grade unwillig sind und Unerfreuliches und Unschönes tun.

Wenn man aber sein Pferd lehrt, am langen Zügel zu gehen, den Hals hoch zu tragen und vom Kopf an zu wölben, so bewirkt es, dass das Pferd das tut, woran es auch selbst seine Freude hat und womit es sich brüstet."

Xenophon, ca. 365 v. Chr.

 

Kappzaum

Für anfängliche Führübungen ist ein Halfter die bessere Wahl, da ein Kappzaum für eine feine Hilfengebung gedacht ist. Bei Widersetzlichkeiten können vor allem Modelle mit Naseneisen oder Kette Verletzungen hervorrufen.

Beherrscht das Pferd die Grundlagen der Kommunikation (folgen, weichen in verschiedene Richtungen, anhalten, stehen bleiben) beginnt die eigentliche Ausbildung am Boden. In der Akademischen Reitkunst wird dafür der Kappzaum verwendet. Für die Bodenarbeit wird anfangs ein Zügel in den mittleren Kappzaumring eingeschnallt. Der Vorteil besteht darin, dass man dem Pferd so die richtige Kopfposition sehr gut erklären kann. Will ich beispielsweise mit dem Vorwärts-abwärts beginnen, kann ich durch Zupfen am mittleren Ring einen Impuls setzen, dem das Pferd nach vorne unten weicht. Auch die seitliche Platzierung des Kopfes, z. B. zur Erklärung der Stellung, ist sehr eindeutig und wird vom Pferd gut verstanden. Ein weiterer Vorteil des Kappzaums ist, dass Impulse über den Nasenrücken gegeben werden und das empfindliche Pferdemaul geschont wird.

Für feine Signale und kleine Isländerköpfchen eignen sich z. B. Kappzäume mit einer lederummantelten Gliederkette (Cavecon). Sensible Pferde kommen auch mit einer Variante ohne Kette, also nur aus Leder oder gepolstert, sehr gut klar. Ungeeignet für eine feine Hilfengebung sind schwere, breite Kappzäume mit Metallelementen. Hier bleiben die feinen Signale quasi "im Leder stecken". Eine gepolsterte Serreta mit festem Metallbügel hat den Vorteil, dass das Nasenteil nicht nach unten gezogen wird. Durch den starren Bügel sind die Signale noch genauer - sie ist quasi die Kandare unter den Kappzäumen. Allerdings muss dieser Bügel perfekt passen und sehr gut (!) gepolstert sein (evtl. zusätzlich Filz als Polstermaterial verwenden). Eine Serreta ohne Polsterung und vielleicht noch mit Zacken auf der Innenseite ist ein brutales Ausbildungswerkzeug, dass darauf abzielt, Pferde zu unterwerfen. Die Narben auf den Nasenrücken vieler spanischer Pferde sind deutlich sichtbar - die inneren Narben leider nicht immer. Das ist niemals Sinn und Zweck einer klassischen Ausbildung!

Es gibt unterschiedliche Qualitäten von Kappzäumen, wobei günstige Modelle nicht schlecht sein müssen. Das Nasenteil des Kappzaums wird 2-3 Finger breit unter dem Jochbein so locker verschnallt, dass das Pferd noch ein Leckerli fressen kann. Nur dann ist es in der Lage, den Unterkiefer in der Stellung richtig zu platzieren. Je tiefer das Nasenteil sitzt, umso schärfer wirkt der Kappzaum. Neben dem Kopfstück ist nur ein Ganaschenriemen nötig, der verhindert, dass das Kopfstück bei seitlichem Zug ins Auge rutscht. Stirnriemen und zusätzliche Kehlriemen sind bei einem gut sitzenden Modell unnötig.

Es versteht sich von selbst, dass dieses Ausbildungswerkzeug niemals zur Disziplinierung oder gar zum Anbinden eingesetzt werden sollte. 

kappzaum

 Richtig verschnallter Kappzaum ohne Gliederkette

Zum Einhängen in die Ringe verwende ich meinen ganz normalen Zügel. Eine Longe ist zu lang, bei einem Führstrick stören oft die schweren Sicherheitskarabiner. Wenn ich das Pferd mit dem Zügel über dem Hals arbeiten will, z. B. zum Erklären des äußeren, indirekten Zügels, kann ich außerdem einfach und schnell "umbauen" und die beiden seitlichen Ringe verwenden.

Kappzaum und Gebiss

Auch zum Reiten kann der Kappzaum verwendet werden: anfangs ohne Gebiss, später auch mit Gebiss und vier Zügeln. Das Kopfstück mit dem Gebiss (ohne Reithalfter) wird dazu über den Kappzaum gezogen. Am Kappzaumzügel kann man sich quasi „selbst longieren" und die Impulse aus der Bodenarbeit mit in den Sattel nehmen.

tlt selbst longieren

Der innere Kappzaumzügel unterstützt bei Bedarf die Stellung, der Kandarenzügel hält gleichzeitig die Schulter hohl.

Das Gebiss dient in erster Linie dazu, den Kiefer richtig zu platzieren und dem Reiter Information über die Rücken- und Hinterhandtätigkeit zu vermitteln. Der Einfluss auf die Platzierung des Kiefers ist auch der Grund, warum man ein Pferd niemals am Gebisszügel wenden sollte, auch wenn das Generationen von Reitschülern so beigebracht wurde. Hierbei geht die korrekte Stellung verloren, weil der Unterkiefer in die falsche Richtung geschoben wird. Nähere Erklärungen zum Kappzaum finden sich bei Reitkunst Südwest.

Wer regelmäßig mit Kappzaum und vier Zügeln reitet, kann auch einen Semikappzaum verwenden, der statt eines Nasenriemens in das Kopfstück eingeschnallt wird. Viele Pferde mögen es nicht, durch zwei Kopfstücke übereinander zu viele Riemen am Kopf zu haben. Es gibt auch Kappzäume, in die man ein Gebiss einschnallen kann. Durch die Größe der Gebissringe ist eine korrekte Gebissposition bei kleinen Isländerköpfen aber schwierig.

 

semikappzaumSemikappzaum kombiniert mit einer Schenkeltrense

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Und hier: Semikappzaum mit Kandare

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die vier Zügel in der Hand zu platzieren: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der "französischen" oder "Fillis-Führung" gemacht. Hier verläuft der Gebisszügel ganz normal zwischen kleinem Finger und Ringfinger von unten nach oben, der Kappzaumzügel aber zwischen Daumen und Zeigefinger von oben nach unten. Dadurch kann ich durch Drehen im Handgelenk gezielt den Kappzaum- oder Gebisszügel einsetzen. Mit einem gebrochenen Gebiss kann man in jeder Hand zwei Zügel halten.

Durch das Reiten mit vier Zügeln kann der Reiter seine Koordination soweit verfeinern, dass auch ein späteres Umstellen auf ein Stangengebiss keine Probleme macht. Der Vorteil einer Stange ist, dass die Informationen über die Hinterhandtätigkeit präziser wahrgenommen werden können als mit gebrochenen Gebissen. Auch die Platzierung des Unterkiefers wird einfacher.

Alle Stangengebisse werden einhändig geführt, um ein Verkanten im Pferdemaul bei einseitigem Zug zu verhindern. Stellung und Biegung erfolgen anfangs noch mit Unterstützung des Kappzaumes. Hierbei werden die Zügel anfangs drei zu eins geführt, das heißt, man hält den äußeren Kappzaumzügel und beide Gebisszügel in der äußeren Hand und den inneren Kappzaumzügel in der inneren Hand. Beim Handwechsel wird gewechselt, was am Anfang ein bisschen „Gewurschtel“ ist.

Traditionell wurden alle Zügel in der linken Hand gehalten, um die rechte Hand zum Arbeiten oder Kämpfen frei zu haben. Der Nachteil dabei ist, dass die richtige Schulterposition des Reiters leichter verloren geht. Bent Branderup empfiehlt daher mittlerweile wieder, die Zügel zu wechseln und in der äußeren Hand zu führen.

Das fertig ausgebildete Pferd wird auf blanker Kandare geritten. Stellung, Biegung und Richtungswechsel erfolgen nur noch über den Sitz des Reiters und das Anlegen des indirekten Zügels am Hals. Daher eignet sich ein Stangengebiss (egal ob als Trense oder Kandare) erst für fortgeschrittene Pferd-Reiterpaare. Das Pferd muss sich über den Sitz formen lassen und auf den indirekten Zügel gut reagieren.

Ein Trensengebiss wirkt eher aufrichtend und gibt die Zügelhilfen direkt weiter. Eine Kandare wirkt durch die Hebelwirkung beizäumend und indirekt. Die Kinnkette bei einem Kandarengebiss wird so verschnallt, dass eine Wirkung erst einsetzt, wenn die Unterbäume der Kandare in einem Winkel von 45° stehen. Dadurch lernt das Pferd, fein zu reagieren. Bei jedem Gebiss sollte man (gerade bei Ponys) darauf achten, dass es nicht zu dick ist und ins Maul des Pferdes passt. Eine Zungenfreiheit nimmt, wie der Name schon sagt, Druck von der Zunge weg und verlagert ihn auf die Laden. Hierdurch kann es aber bei unsachgemäßem Gebrauch zu Verletzungen kommen. Man muss ein bisschen experimentieren um herauszufinden, welches Gebiss das Pferd am liebsten mag. Ich würde euch aber davon abraten, ohne einen erfahrenen Trainer selbstständig mit einem Hebelgebiss herumzuprobieren. Ein Hebelgebiss würde ich auch nur als (einhändig gerittene) Stange verwenden. Der Druck kann bei gebrochenen Gebissen mit Hebelwirkung (häufig bei Islandkandaren oder Pelhams) punktuell extrem hoch werden. Ein Kompromiss sind meiner Erfahrung nach die „Myler-Gebisse“, die als doppelt gebrochene Gebisse eine gewisse Beweglichkeit besitzen. Werden beide Zügel angenommen, verkannten die Seitenteile und werden zur Stange. Zunge und Laden werden nicht gequetscht und der Druck kann sich verteilen. Es gibt alle Übergangsmöglichkeiten von sehr flexibel bis fast zu einer starren Stange. Auch bei der Zungenfreiheit gibt es alle Variationen.

Von Sperriemen oder eng verschnallten Reithalftern halte ich gar nichts. Das Pferd sollte die Möglichkeit haben, zu viel Druck durch Öffnen des Mauls zu kompensieren. Wenn ich ohne (Semi-)Kappzaum reite, verwende ich am liebsten eine Schenkeltrense mit Kinnriemen ohne Nasenriemen und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Kinnriemen verhindert, dass das Gebiss durchs Maul gezogen wird und gibt Stabilität. Die Schenkel lassen sich mit zwei Riemchen am Kopfstück befestigen und halten das Gebiss in der richtigen Position (nach vorne geneigt, so wie bei einem Kandarengebiss). Dadurch liegt dieses Gebiss ruhiger im Maul, da das Pferd nicht ständig versucht, es in eine andere Richtung zu drehen. 

schenkeltrense

 Schenkeltrense mit Riemchen

Auf Islandpferdeturnieren sind Kombinationen von Kappzaum und Kandare bisher leider nicht zugelassen. Hier ist ein Pelham als Stange und mit vier Zügeln (drei zu eins) geritten eine Alternative. Der Trensenzügel ersetzt den Kappzaumzügel und wird für die Stellung und aufrichtende Zügelhilfen verwendet. Den Kandarenzügel benutze ich, um das Pferd an die Dehnung der Oberlinie zu erinnern und Paraden zu geben. Auch das Pelham reite ich ohne Sperriemen. Die Kombination Kandare plus Kappzaum finde ich trotzdem besser geeignet, gerade wenn das Pferd sich noch nicht so gut über den Sitz stellen lässt.

Eine tolle gebisslose Variante ist das "Cavemore", eine Kombination aus Hackamore und Cavecon. Leider sind die meisten Anzüge mit ca. 19cm sehr lang und auch die Oberbäume liegen sehr nah am Jochbein. Auf dem Foto unten sitzt der Semikappzaum daher etwas zu tief. Mit ein bisschen Bastelei kann man auch für Ponys eine optimale Größe finden. Gerade bei Pferden, die sich leicht einrollen oder in Stresssituationen (z. B. auf Kursen) hektisch auf dem Gebiss herumkauen, ist diese Kombination optimal.

cavemore

Eine Kombination aus Kappzaum und Hackamore als sinnvolle Alternative zur Kandare

Sattel und Sattelkissen (Reitpad)

Der Sattel dient dazu, das Gewicht des Reiters auf dem Pferderücken zu verteilen und die Wirbelsäule frei zu halten. Außerdem kann der Sitz des Reiters beeinflusst werden, so dass er mit Gewichts- und Schenkelhilfen optimal einwirken kann. Steigbügel ermöglichen es dem ungeübteren Reiter außerdem, die Balance zu halten und sich nicht mit den Oberschenkeln festzuklemmen. Auch ein Aufsteigen ohne Aufstiegshilfe im Gelände wird leichter möglich.

Gleichzeitig soll der Sattel eine feine Kommunikation zwischen Pferd und Reiter nicht behindern. Das Ziel ist also, so viel Polsterung wie nötig zwischen Pferd und Reiter zu bringen, aber so wenig wie möglich.

Diese Voraussetzungen werden nach unseren Erfahrungen am besten durch einen Dressur- oder Barocksattel gewährleistet. Von Vorteil ist, wenn die Sitzform eher flach ist und das Becken des Reiters nicht feststellt. Gerade bei Islandpferden mit kurzem Rücken bleibt wenig Platz für das Gesäß eines erwachsenen Reiters. Ein flacherer Sitz kann dieses Problem etwas entschärfen. Von absolut zentraler Bedeutung ist, das der Schwerpunkt des Sattels im gegurteten Zustand mit dem Schwerpunkt des Pferdes übereinstimmt.

Baumlose Sättel mit Steigbügeln sind für längere Geländeritte oft ungeeignet. Das Risiko, dass die Bügelauhängung zu viel Druck ausübt, ist sehr groß. Flexible Sattelbäume, z. B. aus Kunststoff oder Leder, die in den letzten Jahren verstärkt auf den Markt gekommen sind, bergen ebenfalls gewisse Risiken: Wenn der Sattelbaum zu flexibel ist, kann das Reitergewicht nicht auf die zur Verfügung stehende Sattellage verteilt werden. Oft empfindet der Reiter die Flexibilität auch als instabil. Andererseits passen sich flexible Sättel bis zu einem gewissen Grad an den Pferderücken an und lassen den Reiter die Bewegungen des Rückens besser spüren. Man wird hier aber einen Kompromiss zwischen starr (= Gewichtsverteilung, Stabilität) und flexibel (= Anpassung an den Pferderücken) eingehen müssen. Vollflexible Sättel, die sich dem Pferderücken "von selbst anpassen" und das Reitergewicht trotzdem adäquat verteilen, erscheinen mir unmöglich. 

Es versteht sich von selbst, dass der Sattel dem Pferd optimal passen sollte und auch durch einen Sattler regelmäßig überprüft werden sollte. Sättel, die rutschen, können zwar mit Gummiauflagen festgehalten werden, aber das Grundproblem besteht weiter: Ein solcher Sattel passt einfach nicht! Der Sattelgurt sollte nur so fest angezogen werden, dass man die Hand darunter stecken kann. Ein passender Sattel wird durch die Balance des Reiters an seinem Platz gehalten, nicht durch den Gurt. Zum Aufsteigen sind Aufstiegshilfen (im Gelände Steine, Baumstümpfe etc.) zu empfehlen.

Was die Sattellänge angeht, stößt man bei Islandpferden mit kurzem Rücken schnell an Grenzen. Damit das Pferd über den Rücken geritten werden kann, ist es aber zwingend notwendig, dass die Auflagefläche des Sattels nicht über den letzten Brustwirbel hinausreicht. Dies ist vor allem bei Trachtensätteln und bei Reitern, die eine große Sitzgröße benötigen, eine große Gefahr. Barockkissen können bei Pferden mit kurzem Rücken ebenfalls problematisch sein, da die hinteren Kissen auf den äußeren Rippenbogen drücken können. Ein zu weit nach vorne gelegter Sattel schränkt das Schulterblatt in seiner Beweglichkeit ein. Kommt Druck in den Bereich der Lendenwirbelsäule, hält das Pferd den Rücken fest. Die Rumpfrotation (= Pendeln des Rumpfes durch die Schritte) wird unterbunden und das Pferd läuft nicht mehr über den Rücken. Auf diese Weise kann der Trab gebrochen werden und Tölt durch Verspannung erzielt werden. Töltsättel mit zurückverlagertem Schwerpunkt oder auch das Zurücksatteln haben sich daher vor allem bei Viergängern etabliert. Ein Pferd auf diese Weise zum Tölt zu zwingen lehne ich aus Tierschutzgründen ab, genauso wie das Tölten über die Hand und einen klemmenden Sitz. 

Für die Dressurarbeit auf dem Reitplatz oder bei kurzen Geländeritten haben sich bei uns die Sattelpads aus Lammfell oder Filz sehr bewährt. Man spürt die Bewegungen des Pferdes sehr viel feiner als mit einem Sattel und bekommt ohne Steigbügel ein hervorragendes Gefühl für Balance und Gleichgewicht. Trotzdem hat man durch das Lammfell oder den Filzstoff deutlich mehr Halt als ohne Sattel. An manchen Modellen lassen sich Steigbügel befestigen. Hierbei sollte man aber bedenken, dass der punktuelle Druck zu hoch wird, daher würde ich Pads grundsätzlich nicht mit Steigbügeln reiten. Schon eine Gurtbefestigung, die über die Wirbelsäule verläuft, ist bei längerem Gebrauch problematisch. Verwendet man eine Sattelunterlage, ist darauf zu achten, dass keine Mittelnaht vorhanden ist. Auch ein zugeschnittenes Rehfell eignet sich sehr gut, vor allem bei Haarbruch. Da es sehr glatt ist, sollte es nur im Bereich der Sitzfläche liegen. Auch im Dauereinsatz haben sich Pads bewährt. Eine Voraussetzung ist, dass man seinen Sitz schult und spürt, wenn der Pferderücken nicht mehr tragen kann. Die Reitzeiten sollten daran angepasst werden. Ein Pad ist auf jeden Fall besser als ein unpassender Sattel! 

Hat der Reiter noch Schwierigkeiten, ausbalanciert zu sitzen, ohne mit den Schenkeln zu klemmen, ist ein Sattel mit Steigbügeln die bessere Wahl - auch aus Sicherheitsgründen. Beim akademischen Reitersitz bohren sich die Sitzbeinhöcker des Reiters übrigens nicht in den Rückenmuskel des Pferdes. Das Gewicht wird auf die Oberschenkel verteilt und damit auf die Rippenbögen. Es ist aber gerade bei runden Pferden und schmalem Reiterbecken nicht ganz einfach, ohne Sattel oder mit Sattelkissen korrekt zu sitzen. Man sollte daher unterschiedliche Pads testen und die optimale Form zu finden. Mit einem sauberen Handtuch als Unterlage lassen sich Pads ohne Gurtung ausprobieren und ggf. in einwandfreiem Zustand zurückschicken.

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(Text: Anja, Fotos: Anja, Susanne, Patricia Bauer)